Der große Asteroideneinschlag vor 66 Millionen Jahren löschte mehr als die Hälfte des Lebens auf der Erde aus, doch eine neue Studie zeigt, dass eine Art länger überlebte als bisher angenommen.
Ammoniten sind eine ausgestorbene, prähistorische Gruppe von Tintenfischen, die für ihre wunderschönen, spiralförmig gewundenen Schalen bekannt sind. Sie gehören zu den bekanntesten und symbolträchtigsten Fossilien der Welt.
Bislang ging man davon aus, dass sie nach dem Asteroideneinschlag vor 66 Millionen Jahren ausgestorben seien. Nun zeigen jedoch neue Forschungsergebnisse auf der Grundlage von Funden aus Stevns Klint, dass Ammoniten noch mehrere Jahrtausende nach dem großen Massensterben überlebt haben.
– Das ist ein großer Durchbruch für unser Verständnis der Entwicklung des Lebens auf der Erde. In Fossilienbüchern heißt es, dass die Ammoniten zusammen mit den Dinosauriern ausgestorben sind, aber dank der neuen Funde von Stevns Klint können wir nun nachweisen, dass dies nicht stimmt, sagt Jesper Milàn, Museumsdirektor am Museum KALK in Faxe, das zu den Museen von Ostseeland gehört.
Jesper Milàn gehört zu einem internationalen Forscherteam, das unter der Leitung des Ammoniten-Experten Professor Marcin Machalski vom Institut für Paläobiologie der Polnischen Akademie der Wissenschaften an der neuen Studie mitgearbeitet hat.
Die Klippe macht uns klüger
Stevns Klint ist einzigartig, da die Klippe eine vollständige geologische Abfolge von Schichten bewahrt hat. Ganz unten befindet sich die Kreide aus der Kreidezeit, darauf folgt die berühmte Fischlehm-Schicht, die den Asteroideneinschlag und das große Massensterben von mehr als der Hälfte allen Lebens auf der Erde markiert, und darüber liegt der Kalkstein aus dem Paläogen, in dem sich die überlebenden Tiere zu dem Leben entwickelten, das wir heute auf der Erde kennen.
Die auf Stevns gefundenen Ammoniten stammen aus Schichten, die bis zu 38 Zentimeter über dem Fiskeleret liegen und sich 60.000 bis 100.000 Jahre nach dem Asteroideneinschlag vor 66 Millionen Jahren gebildet haben – zu einem Zeitpunkt, zu dem die Ammoniten traditionell als ausgestorben galten.

– Es war unglaublich spannend, an dieser Studie mitzuwirken, und wir können wieder einmal stolz darauf sein, dass Stevns Klint uns mehr über die Vergangenheit und die Entwicklung des Lebens verrät, sagt Jesper Milàn.
Die Studie wurde soeben in der renommierten Fachzeitschrift „Scientific Communications/Nature“ veröffentlicht, die im Jahr 2025 weltweit die drittmeistzitierte wissenschaftliche Zeitschrift war.
Siehe die Studie in Nature: https://doi.org/10.1038/s41598-025-34479-1
Der Artikel wurde auch in „Science“ erwähnt: https://www.science.org/content/article/against-all-odds-curious-sea-creature-survived-dino-killing-asteroid